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Steuerliche Änderungen 2010


Arbeitsmarkt/Kurzarbeitergeld:
Die in der Wirtschaftskrise als Maßnahme gegen Entlassungen bewährte Kurzarbeiter-Regelung wird um ein Jahr verlängert. Kurzarbeitergeld, das in 2010 erstmals beantragt wird, kann jedoch nur noch maximal 18 Monate bezogen werden. Bisher waren es bis zu zwei Jahre.

Krankenkassenbeiträge:
Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können bis zu bestimmten Grenzen als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Der Steuerbonus fällt für Geringverdiener sogar großzügiger aus, als zunächst geplant. So sind Beiträge für die Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und Berufsunfähigkeits-Versicherung auch künftig absetzbar, sofern die neuen Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen durch die Kranken- und Pflegekassenbeiträge noch nicht ausgeschöpft sind. Die Höchstgrenzen betragen nun 1900 Euro (für Arbeitnehmer und Beihilfeberechtigte) und
2800 Euro (für Steuerpflichtige, die ihre Krankenversicherung allein tragen). Darüber hinaus können mindestens die tatsächlich geleisteten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung angesetzt werden. Achtung: bei der Diskussion um die Vorteile für diese neue Regelung ist zu beachten, dass die bisherige Grenze von 1.500,- EUR für Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung durch einen Durchschnittsverdiener bereits überschritten wurde. Für einen durchschnittlichen Arbeitnehmer dürfte sich nun durch die Änderung der Berechnungsformel und die Erhöhung des Höchstbetrages nur eine Verminderung des jährlichen zu versteuernden Einkommens um ca. 300,- EUR ergeben.

Grundfreibetrag:
Der steuerliche Grundfreibetrag steigt zum Januar von jährlich 7834 Euro auf 8004 Euro für Alleinstehende. Wer unter diesem Einkommen liegt, muss keine Steuern zahlen. Ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 8.005 Euro beginnt die Steuerprogression mit einem Steuersatz von 14 Prozent auf den ersten Euro und steigt mit steigendem Einkommen auf bis zu 45% an.

Kinderfreibetrag:
Der jährliche Kinderfreibetrag steigt von 6024 auf 7008 Euro. Das monatliche Kindergeld wird um je 20 Euro erhöht – also auf 184 für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder.

Ehegatten-Besteuerung:
Die bei Ehegatten wegen hoher Abschläge unbeliebte Steuerklasse V wird entschärft. Von 2010 gilt für Doppelverdiener-Ehepaare ein freiwilliges „Faktorverfahren“. Ehepaare mit unterschiedlich hohem Einkommen sollen nicht nur die Kombination der Steuerklassen III und V wählen können, sondern -optional – gemeinsam nach Steuerklasse IV mit Faktor besteuert werden können. Dabei wird der Steuervorteil des Ehegattensplittings bei beiden Eheleuten schon bei der monatlichen Lohnabrechnung und nicht erst beim Steuerjahresausgleich berücksichtigt. Damit soll sichergestellt werden, dass geringer verdienende Ehegatten nicht mehr so hoch belastet werden. Es ist bei der Faktor-Variante allerdings zu bedenken, dass der Arbeitgeber aufgrund des Faktors das Einkommen des anderen Ehegatten errechnen kann. Ob dies immer so gewünscht ist, ist fraglich.

Mehrwertsteuer:
Zum 1. Januar 2010 gilt für Übernachtungen im Hotel-Gewerbe der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Als problematisch gelten bei dieser Regelung ob die Hoteliers diese Steuerreduzierung auch an die Gäste weitergeben werden. Weiterhin ist zu beachten, dass der reduzierte Steuersatz nicht für den Anteil der Bewirtungskosten wie die Kosten des Frühstücks gelten soll.

Unternehmenssteuer:
Elemente der Unternehmenssteuerreform von 2008 werden korrigiert. Die „Zinsschranke“ -der Aufwand für Zinsen bei der Berechnung der Steuerlast – wird gelockert. Sanierungsübernahmen werden erleichtert. Bei der Gewerbesteuer wird der Teil der Aufwendungen für Immobilienmieten gekürzt werden, der bei Ermittlung der Gewerbesteuerlast hinzugerechnet und versteuert werden muss.

Erbschaftssteuer:
Geschwister, Nichten und Neffen werden entlastet. Für sie gibt es einen neuen Stufentarif von 15 bis 43 Prozent. Für Firmenerben wird die Jobauflage zur Steuerbefreiung gelockert.

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